Lebens-Lagen #27: 11. April

Harry Graf Kessler (1868 – 1937) , der kunstfördernde High-Society-Lebemann des fin-de-siècle, notierte am Mittwoch, 11. April 1894 in Berlin in sein Tagebuch die Eindrücke eines ausgelassenen Balles:

“Ball bei Peñalvers. Als letzte Tour im Cotillon wurden Eier aus geflochtenem Stroh verteilt, aus deren jedem beim Aufmachen ein lebendiger Vogel herausflog, so dass der ganze Ballsaal von flatternden Spatzen und Zeisigen angefüllt war. Den Cotillon als cavaliere serviente neben einem rechtmässig engagiert habenden Tänzer mit der Gräfin Roveredo getanzt. Die Peñalver selbst, Tochter des Marschalls Serrano, im Gesellschaftsjargon Mad. “Peinte-en vert”, die vom weiblichen Berlin bestgehasste Frau der Hofgesellschaft, in gelbem Atlas mit einem roten Bändchen um den Hals, mit ihrem üppigen roten Haar und schwarzen Augen wieder sehr pikant.” 1


1. Aus: Harry Graf Kessler. Das Tagebuch 1880-1937. Klett-Cotta 2004

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