10 Fakten: E.T.A. Hoffmann

Heute dürfte der Tausendsassa der deutschen Romantik – Schriftsteller, Komponist, Karikaturist und Jurist E.T.A. Hoffmann (1776-1822) – Geburtstag feiern. (Etwas mehr als) zehn Fakten aus Leben, Werk und Wirkung.

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1. E.T.A. steht für Ernst Theodor Amadeus. Getauft worden aber war Hoffmann auf die Namen Ernst Theodor Wilhelm. Aus Liebe zum Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart änderte er 1804 seinen dritten Vornamen und trug fortan den Künstlernamen Amadeus.

2. Hoffmanns Grossmütter waren Schwestern. Maria Elisabeth und Lovisa Sophia Voeteri. E.T.A.s Vater Christoph Ludwig (1736-97) heiratete seine Cousine Lovisa Albertina (1748-96).

3. Das Studium der Rechtswissenschaften in Königsberg war Hoffmann nicht Herzens-, sondern Familienangelegenheit. Sein Vater war preussischer Hofgerichtsadvokat, Der Künstler regte sich schon in ihm: In einem frühen Brief schreibt er “Das Studium geht langsam und traurig – ich muss mich zwingen, ein Jurist zu werden.

4. In seinem lebenslänglichen Brotjob, der Juristerei, wurde Hoffmann 1819 vom König zum Mitglied einer „Immediat-Untersuchungs-Kommission zur Ermittlung von hochverrätherischen Verbindungen“ ernannt.

5. In seiner Tätigkeit als Komponist schrieb Hoffmann auch drei Opern: Die romantische Oper “Der Trank der Unsterblichkeit” (1808), die heroische Oper “Aurora” (1812) und die Zauberoper “Undine” (1814) mit einem Libretto des Freundes Friedrich de la Motte Fouqué.

6. Hoffmanns erste literarische Publikation war das “Schreiben eines Klostergeistlichen” (1803), das sich, wie auch einige spätere Schriften, der Briefform bedient. Privat bezichtigte Hoffmann sich selbst einer “unbeschreibliche[n] Brieffaulheit”.

7. In seiner Berliner Stammkneipe Lutter & Wegner erzählte Hoffmann Freunden von seiner begonnenen Erzählung “Meister Floh”, in der Details aus einer originalen Prozessakte literarisch aufgenommen werden. Das Manuskript wurde kurz darauf beschlagnahmt und zensiert, ein Disziplinarverfahren eingeleitet. 1908 erst wurden die der Zensur zum Opfer gefallenen Passagen veröffentlicht.

8. Die französischen Theaterdichter Jules Barbier und Michel Carré verfassten ein Libretto namens “Les contes d’Hoffmann”, das auf verschiedenen Erzählungen von Hoffmann beruht, die so abgewandelt wurden, dass der Autor selbst zu deren Protagonist wurde. Die Musik dazu verfasste Jacques Offenbach; die Oper wurde 1881 uraufgeführt.

9. Das Gemälde, das am Ursprung der Hoffmann’schen Erzählung “Die Fermate” steht, ist Johann Erdmann Hummels “Gesellschaft in einer italienischen Lokanda” (ca. 1814). Es befindet sich in der Neuen Pinakothek München.

10. Zeit seines (Erwachsenen)lebens hat Hoffmann mit Alkoholproblemen gekämpft. Ein Kelch – bisweilen gar ein geflügelter – ist die häufigste Kritzelei in seinen Tagebüchern.Die Vorliebe für Hochprozentiges schlug sich oftmals auch in seiner Literatur nieder, etwa in den Trinkszenen aus “Die Elixiere des Teufels” oder “Der goldene Topf”. 1822 verstarb Hoffmann an einer Atemlähmung, an Neurolues – oder schlicht an einem ungesunden, schlafarmen Doppelleben zwischen Recht und Kunst, zwischen Beruf und Berufung.

 

 

 

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  1. Pingback: Literarische Randnotiz: E.T.A. Hoffmann malt Kelche | aroomforonesown

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