Simone de Beauvoir

Simone de Beauvoir, die französische Intellektuelle, Schriftstellerin und jahrzehntelange Gefährtin von Jean-Paul Sartre, dürfte heute ihren 106. Geburtstag feiern. Ihr zu Ehren gibt’s heute ein Beauvoir-Doodle von Google – und bei uns ein ergreifendes Zitat aus ihrem autobiographischen Werk “Der Lauf der Dinge” (1963):

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Jean-Paul Sartre & Simone de Beauvoir, Paris, 1920er

“Die Erinnerungen verblassen, die Mythen zerbröckeln, die Pläne ersticken im Keim. Ich bin da, und die Dinge sind da. Wenn dieses Schweigen von Dauer ist, wir meine kurze Zukunft lang werden!

Und was bringt sie für Gefahren … Das einzig Neue und Bedeutsame, das mir widerfahren könnte, wäre das Unglück: dass ich Sartre tot daliegen sehe oder dass ich vor ihm sterbe. Es ist furchtbar nicht da zu sein, um jemanden über den Schmerz hinwegtrösten zu können, den man ihm durch sein Weggehen zugefügt hat. Es ist furchtbar, dass er einen verlässt und schweigt. Wenn ich nicht unwahrscheinliches Glück habe, wird mir eines dieser Schicksale beschieden sein. Manchmal wünsche ich mir, dass das Ende bald kommen möge, um diese Angst zu verkürzen.”

Jean-Paul Sartre verstarb am 15. April 1980, Simone de Beauvoir am 14. April 1986.

In deutscher Sprache erscheinen Simone de Beauvoirs Werke bei Rowohlt.

Des Weiteren sei auf einen nach wie vor lesenswerten FAZ-Artikel verwiesen, der 2008 anlässlich des 100. Geburtstags erschien: “Man kommt nicht als Frau zur Welt, man wird es.”


Zitat aus: “Der Lauf der Dinge”. Aus dem Französischen von Paul Baudisch. 120.-125. Tsd. Reinbek: Rowohlt 1985. S. 622.

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