Noch 15 poronkusema bis Helsinki…

Auf Language Log bin ich eben über eine wundervolle Trouvaille aus dem Wortschatz des Finnischen gestossen. Weihnachten ist zwar vorüber, die letzten roten Rudolfnasen vermutlich wieder abgeglüht – und doch sei den geweihten Freunden dieser Beitrag vergönnt.

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Rentiere: Sie streifen durch die endlosen Weiten der finnischen Tundra, riesige Distanzen legen sie zurück. Doch ihre Blasen sind schwach und die Natur hat ihnen nicht die Fähigkeit geschenkt, sich während des Laufens zu erleichtern. Nein, ein Rentier muss eine Pause einlegen, um dem Ruf der Natur Folge leisten zu können.

Nun geschieht dies also ziemlich häufig, etwa alle siebeneinhalb Kilometer, um genauer zu sein. Das ist in der Tat so häufig, dass das Finnische dieser vagen Distanz ein Wort verliehen hat. Ein wunderschönes, poetisches, fünfsilbiges Wort: poronkusema.  Zusammengesetzt, gemäss Wiktionary, aus poron (des Rentiers) und kusema (agent participle des Verbs kusta, pissen).

Die Distanzbezeichnung fungiert im heutigen Finnisch nicht mehr als Masseinheit, und wenn, dann bloss um eine Distanz zu bezeichnen, die “at a very obscure distance away” ist. Erwähnung findet sie deshalb in einem der grandiosesten Wikipedia-Artikel überhaupt:

Achtung. Festhalten, mitschreiben.

“Finnish obsolete units of measurement”

Wenn das mal nicht grossartig ist!

Und nun wünsche ich euch allen einen entspannten Abend; möge euer Feierabendbier nicht poronkusema, sondern recht schnell greifbar sein. Prost!

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