Ein Abschiedsbrief, Teil 1: Adrema / adremieren / Plattei

Vor einigen Tagen erschien die Neuauflage des Duden. Neben ungefähr 5000 neuen Wörtern, die seit der letzten Auflage 2009 dazugekommen sind, wurden 32 Wörter für nicht mehr zeitgemäss befunden und gestrichen. Auch wenn diese Streichung natürlich nicht die künftige Inexistenz der Wörter bedeutet und man sie online nach wie vor findet, so gehen sie doch irgendwie verloren. Wir wollen uns verabschieden. Heute: ADREMA / ADREMIEREN / PLATTEI
adrema

Adrema (R), das ist ein Kurzwort für Adressiermaschine, ein Gerät zum automatischen Abdruck häufig wiederkehrender Postanschriften – diesen Vorgang nannte man eben adremieren. Erfinder des Systems war Julius Goldschmidt, der im Jahre 1913 in Berlin die Adrema-Maschinenbaugesellschaft gründete. Heute nun, genau einhundert Jahre danach, geht er mit seiner Erfindung wortwörtlich in die Geschichte ein. Weder die Adrema, noch das Adremieren, noch die Bezeichnung für eine zur Adrema-Beschriftung nötige Plattensammlung, die Plattei, erhalten mehr einen Platz im 140000 Eintragungen umfassenden Standardwerk der deutschen Sprache. Eine kurze Erfolgsgeschichte geht zu Ende. Gute Reise, Adrema!

Morgen: Wohin der Mohammedanismus, das Moskowitertum und die Swedenborgianer entschwunden sind.

Bildquelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Luxembourg_Bankmuseum_Adressiermaschine.jpg

http://www.infosperber.ch/Bildung/Sprachgebrauch-im-Duden

http://www.duden.de/rechtschreibung/Adrema

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